stefanie.cp17 (25)

Cinepänz Köln 2017


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Stefanie Hecker


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Aktuellste Kritiken

Nur ein Tag

von stefanie.cp17

Auf die Idee, das kurze Leben einer Eintagsfliege zu thematisieren, muss man erst mal kommen. Zumal sie in diesem Fall noch außergewöhnlicher ist, da die Tiere von Menschen gespielt werden, die auch keine Kostüme tragen. Man gewöhnt sich daran nach einiger Zeit, auch wenn immer wieder Fragen aufkommen. Schließlich brauchen Füchse und Wildschweine keine Küche mitten im Wald. Durch die Vermenschlichung kommt es auch zu weiteren eher unlogischen Punkten, wie zum Beispiel als Fuchs und Wildschwein vollkommen fasziniert und auf den ersten Blick verliebt die Eintagsfliege beobachten. Es ist ein menschliches Verhalten, welches weder für die Geschichte noch für die Zielgruppe wirklich passend ist, weil beispielsweise zwischenzeitig ein Verliebtsein zwischen den unterschiedlichen Arten angedeutet wird.
Trotz des anfänglichen Zögerns des Wildschweins folgen sie der Fliege und tun alles, was diese wünscht. Dabei achtet die Fliege aber darauf, dass sie die Wünsche des Fuchses verwirklicht, wodurch ihr einziger Tag außerhalb des Wassers fast schon unbedeutend, ja sogar verschwendet wirkt. Denn es gibt einen guten Grund, warum Eintagsfliegen ihren letzten Lebenstag außerhalb des Wassers verbringen.
Die On-Screen-Musik wirkt oftmals fehl am Platz und nicht wirklich passend zur Geschichte. So stehen mitten im Wald Alphornbläser und die drei Protagonisten gehen einfach an ihnen vorbei. Wobei die Musiker auf Befehl der Tiere zu spielen beginnen. Dadurch hinterfragt man immer wieder das Geschehen und kann nicht gänzlich in die Geschichte abtauchen. Zumal es immer skurriler wird. Denn neben der vollkommen überdrehten Eintagsfliege lernt man auch noch eine total depressive Eintagsfliege kennen, welche die Zeit zu ihrem Tod hinunterzählt. Es wirkt grotesk, da auch ihr Verhalten sich zeitweilig widerspricht. Auch wenn Anke Engelke die Fliege glaubhaft porträtiert, hätte sie noch viel tiefer in die Depression der Figur eintauchen können. Vor allem da sie sich nicht immer dementsprechend gibt, da sie plötzlich eine Gegenleistung von Fuchs und Wildschwein fordert, obwohl sie kaum mehr Zeit hat und gerade gegen Ende des Lebens würde sich ihre Laune nicht bessern.
Die Darsteller verkörpern ihre Rollen überzeugend und bringen auch die Charaktereigenschaften gut zur Geltung, wodurch die Fabel inhaltlich gut zu verstehen ist, auch wenn man die Verkörperung der Tiere durch Menschen nicht so ganz annehmen kann. Aber gerade die Zielgruppe lässt das außen vor und taucht in die Geschichte ein, die genau im richtigen Tempo erzählt wird. Und durch die vielen lustigen Sequenzen vergisst man auch recht schnell den eher ernsten Hintergrund der Geschichte.
Das Ende wird sowohl der jungen Zielgruppe als auch der eigentlichen Geschichte gerecht, da man es schafft, auch in der dunkelsten Stunde dem Zuschauer ein Licht am Ende des Tunnels zu präsentieren.
Schon recht früh merkt man jedoch, dass der Film nicht viel Geld gekostet hat, was erstmal nichts schlechtes ist, nur sollte man so etwas nicht merken, was aber beispielsweise an der Ausstattung zu erkennen ist. Das ist aber leider der Fall, auch wenn sich die Schauspieler alle Mühe geben, dem gerecht zu werden. Zumal sich auch vereinzelt Filmfehler eingeschlichen haben, die aber dem jüngeren Publikum nicht auffallen. Deswegen sind sie auch nicht weiter schlimm, da der Film eben für Kinder gemacht wurde und für diese auch sehr lehrreich und kreativitätsfördernd ist, da sich die Kinder die Darsteller als Tiere vorstellen sollen. Ob sie es tun, ist wiederum ihnen überlassen. Aber auch wenn dem nicht der Fall sein sollte, bietet der Film für Kinder eine gute Unterhaltung.

Die Häschenschule

von stefanie.cp17

Zu Beginn bekommt man die Entstehung des Osterhasenmythos erzählt und es wird auch gleichzeitig im Rauch gezeigt. Dadurch passt es atmosphärisch und es ist eine kluge Variante, um keinen großen Zeitsprung zu haben. Schließlich könnte dieser die jüngeren Zuschauer verwirren. Außerdem bekommt man das Gefühl, dass die Geschichte immer wieder erzählt wird und schon fast wie eine Legende wirkt. Zumal es eine gute Einführung in die Story bildet, auch wenn es danach einen Sprung der Örtlichkeit zu Max in die Stadt gibt.
Man verbringt viel Zeit mit den Hasen, wodurch sie einem sympathischer erscheinen. Aber genau das ist einer der großen Kritikpunkte, welchen die Fuchsmutter anspricht und dieser wird auch im Film bestätigt. Denn auch hier werden die Hasen erst mal kategorisch als nett und freundlich gezeigt und selbst die rebellischen Hasen wirken dabei eher niedlich. Die Füchse hingegen werden größtenteils als blöd und egoistisch porträtiert. Dass die Füchse auch nur gemocht und als "gut" betrachtet werden wollen, ist verständlich und die Macher hätten sich viel stärker mit dieser Kritik auseinander setzen sollen, da sie diese auch im Film erwähnen. Aber durch das Erwähnen dieser Sichtweise kommen ältere Zuschauer ins Nachdenken, wodurch dieser Film nicht nur für kleine Kinder geeignet ist.
Die Animation ist sehr kinderfreundlich und selbst die Füchse sehen nicht per se böse oder gefährlich aus. Man hat hierbei die Zielgruppe im Blick gehabt, was ein großer Pluspunkt ist. Und auch für ältere Zuschauer ist es sehr schön anzusehen.
Auch beim Geschichtsverlauf hat man die Zielgruppe berücksichtigt. So sind die gefährlicheren Szenen eher lustig dargestellt, was eine nette Abwechslung zu vielen anderen Kinderfilmen ist. Zwar merkt man schon zu Beginn, dass viel Fantasie und weniger die Realität die Grundlage der Geschichte bilden, wodurch man nicht so vieles hinterfragt und sich mehr auf den Film einlassen kann.
Außerdem ist es auch lehrreich, da gezeigt wird, dass die Hasen nur dann besondere Fähigkeiten haben, wenn sie selbstlos sind. Es ist eine wichtige Lektion, für die gerade Kinder der Zielgruppe ansprechbar sind.
Sehr früh kommt es zu einem Vergleich zwischen dem Stadthasen und den Landhasen, welchen man gut auf die menschliche Gesellschaft projizieren kann. Dadurch ist der Film einerseits eine fantasievolle Erzählung zum Mythos um den Osterhasen und andererseits brandaktuell, da es eben große Unterschied zwischen dem Leben in einer Großstadt und auf dem Land gibt. Dabei kommt es aber nicht zu einem klaren Urteil. Zwar wird Max vor Augen geführt, dass ein Gang-Leben nicht so erstrebenswert ist, aber das ist nicht gleichbedeutend mit dem Leben in der Stadt. Auch wenn die Vorzüge eines Landlebens klar in den Vordergrund gerückt werden.
Auch wenn es gegen Ende vorhersehbar ist, kommt es zu einigen Lachern und sprengt nicht den Rahmen, was das Zeigen von Gewalt oder ähnlichem angeht. Dadurch ist das Ende nicht störend, sondern ein gelungener Abschluss der Geschichte, auch wenn schon gesagt wird, was danach geschehen wird. Ein so offenes Ende fördert die Kreativität, da die Kinder die Geschichte weiter denken können und der Mythos Osterhase weiterlebt.

Wo die wilden Menschen jagen

von stefanie.cp17

Die Grundidee klingt spannend und man hätte viel daraus machen können, nur leider hapert es an der Umsetzung. Zum einen braucht es sehr lange, bis die Handlung ins Rollen kommt und dafür muss Bella sterben, aber da sie dem Zuschauer recht schnell auf die Nerven geht, fallen die Emotionalität und das Mitgefühl des Zuschauers weg. Doch Hec und Ricky sind über weite Teile des Films kein gutes Team und das kann auch nicht mit teils unnötig brutalen Darstellungen kaschiert werden.
Denn genau diese Brutalität macht den Film eher ungeeignet für die eigentliche Zielgruppe. Denn jene, denen die Geschichte gut gefallen würde und die fasziniert zuschauen würden, werden durch das häufige Zeigen von toten Tieren und dem Töten von Tieren abgeschreckt. Zumal es nicht rein sachlich dargestellt wird, sondern man sieht das Blut spritzen und die Darsteller sind danach damit besudelt. Außerdem sorgt die häufige Anwendung diverser Schimpfwörter und Kraftausdrücke dafür, dass die eigentliche Zielgruppe verfehlt wurde. Gegen Ende wird man dann unweigerlich an "Alarm für Cobra 11" erinnert, auch wenn man es den Machern nicht vorwerfen kann, da sie die Serie in Neuseeland gewiss nicht kennen. Aber solche Stunts passen nicht wirklich in den Rahmen dieses Films und machen ihn unrealistisch. Es sind jedoch nicht nur die Stunts mit den Autos, die das Ende vollkommen überdreht erscheinen lassen. Der Zuschauer bekommt etwas gezeigt, das nach nur wenigen Augenblicken vonseiten der Macher vergessen worden zu sein scheint, da es in den Sequenzen danach zwischenzeitig nie passiert zu sein scheint.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass Ricky, trotz knapp fünf Monaten in der Wildnis, kaum abnimmt und sich auch sonst wenig verändert. Es wäre zwar schwierig darzustellen, aber um realistisch zu bleiben, hätte man dann eben die Zeit in der Wildnis verkürzen oder einen schmaleren Darsteller wählen müssen.
Die Effekte sind nur mittelmäßig und gerade bei der Animation der Wildschweine ist es sehr offensichtlich, dass sie nicht echt sind. Das nimmt der Szene die Spannung und sorgt dafür, dass die Emotionalität flöten geht. Zumal man anhand des Hundes erkennen kann, dass der zweite Tod in diesem Film nicht echt ist.
Man schafft es in diesem Film sowieso nicht, ordentlich mit dem Tod umzugehen. Bei Bellas Beerdigung fragt man sich, was der ganze Mist soll, denn der Geistliche spricht fast überwiegend über Essbares. Und auch der zweite Tod wird schnellstmöglich abgehakt, auch wenn er für eine gewisse Emotionalität sorgen soll. Ansonsten wäre dieser Tod einfach nur überflüssig und es scheint zu große Mühe zu sein, eine Figur einzuführen, nur um sie ohne Grund zu töten.
Ein Fehler, der immer wieder auftaucht, ist, dass man oftmals Hec und Ricky in einer Landschaftsaufnahme sieht, dabei ist aber kein Hund im Bild. Nach einem Schnitt laufen die Hunde dann wieder bei den beiden. Da es nicht nur einmal vorkommt, ist es recht auffällig und als Zuschauer wird man aus der Geschichte geworfen, weil man sich immer wieder fragt, was aus den Hunden geworden ist.
Man merkt, dass die Macher ein Faible für das Einblenden der Darsteller in einer Landschaft haben. So schwenkt die Kamera durch den Wald und die Figuren werden kurz gezeigt, dann sieht man sie schon an einer anderen Stelle, während ihre erste Version sich noch am Auflösen ist. Anfangs wird es noch gelungen eingesetzt, um zu zeigen, dass sich Ricky verirrt hat. Später aber wird es zu oft eingesetzt und man bekommt das Gefühl, dass Ricky und Hec sich nicht wirklich von der Stelle bewegen, auch wenn es heißt, sie würden den Busch durchqueren.
Es sind gerade die Details, die fehlerhaft und wenig durchdacht scheinen und das stört das Gesamtbild erheblich, da man nicht ins Geschehen eintauchen kann. Zumal auch der Humor der Figuren sehr gewöhnungsbedürftig ist und man außer ein paar wenigen Lachern darüber nur den Kopf schütteln kann. So zum Beispiel wenn Ricky darauf beharrt, das er ein Gangster sei. Auch wenn er es augenscheinlich nicht ist. Vor allem aber glaubt man es dem Darsteller auch nicht. Wäre die Story eine andere, hätte man aus der Idee viel mehr machen können und auch die Darsteller hätten mehr bewirken können. Aber sie scheinen durch den recht schnellen Szenenverlauf sehr eingeengt zu sein und es kommt nicht zu einem wirklichen, harmonischen Spiel zwischen den Schauspielern. Zumal immer wieder Kapitelüberschriften eingeblendet werden, die dafür sorgen sollen, dass Zeitsprünge leichter zu erkennen sind. Aber eigentlich müsste es durch die filmische Umsetzung offensichtlich sein.
Zwar wird versucht, vieles musikalisch zu unterstreichen, aber stellenweise beginnt die atmosphärische Musik zu früh und man bekommt eine Vorahnung, was geschehen wird. Ansonsten passen die Stücke zur Atmosphäre und scheinen zum Teil auch aus Neuseeland und den Ureinwohnern dort zu stammen. Dadurch bekommt man ein Gefühl von den Menschen und deren Leben dort, was eine schöne Abwechslung zu den vielen schnelleren und neutraleren Szenen ist. Das man die Musik im Filmverlauf nur selten bemerkt, ist ein Zeichen dafür, dass sie passend ist und geschickt eingesetzt wurde.

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